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Presse    >    Pressemeldungen    >    16. Oktober 2008

Für Österreicher/innen ist Nachhaltigkeit und Kampf gegen Klimawandel vornehmlich Aufgabe des Staates

•Regierung soll Forschung und Entwicklung fördern sowie öffentlichen Verkehr ausbauen
• Österreicher/innen setzen persönlich beim Kampf gegen Klimawandel auf Kauf regionaler Produkte
•Umweltbewußtes Handeln soll gefördert, Verstöße aber nicht bestraft werden

•Selbst noch mehr gegen den Klimawandel zu tun, wird weniger gesehen

Wien, am 16. Oktober 2008 --- Viel wurde schon berichtet über den Klimawandel und die globale Erwärmung. Im Rahmen einer aktuellen internationalen Studie von Nielsen wurde nach der Einstellung der Konsumenten zu konkreten Maßnahmen, wie man selbst oder der Staat den Klimawandel stoppen könnte, gefragt. Im Rahmen der Befragung wurden im Mai 2008 mehr als 28.000 Internetuser aus 31 Ländern befragt.

Maßnahmen, in denen der Staat grünes Denken und Handeln fordert bzw. reguliert, werden höher bewertet als der eigene Verzicht auf Bequemlichkeiten wie etwa Reduktion von Flugreisen oder weniger Autofahrten. Während man beim Thema Mülltrennung und Wärmedämmung einen im internationalen Vergleich geringeren Bedarf in Österreich sieht, sehen die Österreicher/innen vor allem im Kauf von regionalen Produkten ihren ganz persönlichen Beitrag zum Klimawandel. „Bevor man den Österreichern/innen jetzt vorschnell mangelnde Eigeninitiative vorwirft, muss man wissen: Im Vergleich zu anderen Ländern sind wir in Sachen Umweltbewusstsein und Umweltschutz – etwa bei Wärmedämmung von Häusern, dem Recycling von Hausmüll, aber auch in Umweltschutzauflagen für Unternehmen – international betrachtet schon weit“, interpretiert Martin Prantl, Geschäftsführer Nielsen Österreich, die Zahlen.

Österreicher/innen setzen beim Kampf gegen Klimawandel auf regionale Produkte

So geben 40 % (!) der Österreicher/innen an, dass man so oft wie möglich regionale Produkte kaufen sollte, um den Klimawandel zu stoppen. Dieser Punkt ist keinem anderen Land wichtiger, der internationale Schnitt liegt gar nur bei 12 %. In Europa ist der Schnitt zwar etwas höher (17 %), mit Österreich vergleichbar sind aber nur Länder wie die Schweiz (37 %) oder Schweden (30 %). (siehe Abb. 1)

„Die Österreicher/innen setzen stark auf lokale Produkte. Diesen Trend konnten wir bereits bei Bioprodukten beobachten. Neben der grundsätzlichen Einstellung tragen wohl auch zahllose Initiativen, die regionale Produkte bewerben, dazu bei, dass die Österreicher/innen so denken. Generell ist es interessant zu beobachten, dass hier jede Nation eigene Vorlieben entwickelt. Der Wechsel zu energiesparenden Lampen ist etwa für die Japaner/innen wichtigster persönlicher Beitrag jedes Einzelnen“, erklärt Martin Prantl, Geschäftsführer von Nielsen Österreich.

Regierung soll Forschung und Entwicklung fördern sowie öffentlichen Verkehr ausbauen

Überdies beleuchtet die Studie die Einstellung der Österreicher/innen zu vom Staat ausgehenden Initiativen für Umweltschutz. 35 % der Österreicher/innen fordern staatliche Initiativen für Forschung und Entwicklung von energiesparenden Autos oder Häusern bzw. erneuerbare Energie. Außerdem solle - so die Meinung der Befragten - die Regierung verstärkt in die Verbesserung des öffentlichen Verkehrs investieren (33 %). Mit dieser hohen Zustimmung liegt Österreich auch europaweit im Spitzenfeld.

Umweltbewußtes Handeln fördern, Verstöße aber nicht bestrafen

Mit 32 % ist die Zustimmung sehr hoch, jene, die etwas zum Umweltschutz beitragen, steuerlich zu begünstigen oder zu fördern. Dem Umkehrschluß, die Regierung möge Steuern für umweltschädliches Verhalten einheben, wird mit 6 % deutlich weniger zugestimmt.

Staatliche Kontrolle der Unternehmen scheint nicht mehr so wichtig

Bei Maßnahmen, die sich auf die staatliche Kontrolle oder Förderung von Unternehmen beziehen, ist die Zustimmung der Österreicher/innen unter dem weltweiten Schnitt. So sprechen sich nur 23 % dafür aus, dass die Schadstoffemissionen begrenzt werden sollten bzw. dass es Vergünstigungen für Unternehmen geben sollte, die sich umweltfreundlich verhalten. Bei der Forderung nach mehr staatlicher Kontrolle der Emissionen liegt Österreich innerhalb der EU an letzter Stelle (EU-Schnitt: 38 %, Österreich: 23 %). Am wichtigsten ist dieser Punkt den Tschechen/innen (55 %), gefolgt von den Spaniern/innen (50 %). „Bei der Förderung von Unternehmen ist offensichtlich die Ansicht vorherrschend, dass die Subvention eher in die Forschung fließen sollte. Es erweckt den Eindruck, dass Österreichs Unternehmen ohnehin bereits hohe Umweltstandards erfüllen, jedoch eher bei der Forschung ein Manko gegeben ist, wo der Staat unterstützen sollte.“ folgert Prantl. (siehe Abb 2)

Privates Engagement nicht so beliebt

Viele der Dinge, die jeder selbst zum Umweltschutz beitragen kann, finden keinen so großen Zuspruch. Erst an sechster Stelle der Liste liegt der Wunsch nach einem Wechsel zu energiesparenden Glühbirnen und elektrischen Geräten (17 %). Der Verzicht aufs Autofahren findet nur bei 16 % Zuspruch, ebenso wie die Forderung, Hausbesitzer mögen ihre Häuser isolieren.

Die Reduktion von Flugreisen verlangen nur 15 %. „Dies scheint ein erklärbares menschliches Phänomen zu sein, bei sich selbst fängt man immer zuletzt an. Man muss jedoch sehen, dass die Österreicher/innen selbst mit diesen, im Vergleich zu den übrigen abgefragten Maßnahmen, niedrigen Werten im internationalen Vergleich immer noch im Spitzenfeld liegen“, erklärt Prantl die niedrigeren Werte. Lediglich die Schweden/innen stimmen der Reduktion der Flugreisen noch stärker zu (18 %), der weltweite Schnitt liegt bei nur 4 %.

Auf den hinteren Plätzen liegen in Österreich das Recycling des Hausmülls (12 %), die Entscheidung für Geschäfte und Supermärkte, die sich gegen den Klimawandel engagieren (7 %). Gerade beim Recycling des Hausmülls gibt es wieder eine starke Differenz zum europäischen Schnitt (32 %). Das liegt daran, dass österreichische Haushalte bereits sehr viel recyceln und daher der Bedarf nicht mehr so groß gesehen wird. (siehe Abb. 3)


Die Abbildungen finden Sie HIER.

 

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