- Konsumenten in Asien&Pazifik sind laut Selbsteinschätzung die eifrigsten Sparer
- In Nordamerika werden am meisten Schulden abbezahlt
- Lateinamerikaner sind Spitze bei Freizeitaktivitäten trotz Kreditrückzahlung
- In Europa sind Freizeitaktiviäten und Kleidung am wichtigsten, aber auch Urlaub/Reisen und Umbauen/Wohnen sind wichtig
- Österreicher zahlen Kredite ab und stecken Geld in Freizeitaktivitäten, bei Kleidung und Wohnen liegen wir unter dem europäischen Durchschnitt
Wien, 27. Januar 2006
Befragt nach der Verwendung ihres frei verfügbaren Einkommens nach Deckung der Lebenshaltungskosten antworten die Konsumenten je nach Region ganz unterschiedlich. Global betrachtet, gibt über ein Drittel (40 %) aller Konsumenten an, ihr Geld in Spareinlagen, gefolgt von Freizeitaktivitäten (36 %) ausgeben zu wollen.
Die von ACNielsen zweimal pro Jahr über das Internet durchgeführte Befragung zum Verbrauchervertrauen – der größten weltweit erhobenen Studie dieser Art – erfasst unter anderem auch das Ausgabeverhalten der Konsumenten laut eigener Einschätzung. Die genaue Fragestellung lautete dabei “Abgesehen von der Deckung Ihrer Lebenshaltungskosten, wofür geben Sie am ehesten Ihr Geld aus?“ (Mehrfachnennungen möglich). Während der im November 2005 durchgeführten Befragung wurden Antworten von mehr als 21.100 Konsumenten aus 38 Ländern in Europa, Asien/Pazifik, Nordamerika, Lateinamerika und den Emerging Markets gesammelt und analysiert.
Die Regionalen Unterschiede – Nordamerika bezahlt Schulden, Asiaten sparen, Lateinamerika genießt trotz Schulden die Freizeit.
Regional recht unterschiedlich sind die Antworten der Konsumenten, wie sie nach Deckung der Grundbedürfnisse ihr Geld auszugeben denken.
„Die Ergebnisse der Studie spiegeln sehr deutlich die unterschiedlichen Entwicklungsstadien der einzelnen Länder, aber auch die nationalen Vorlieben und Charaktere wider“, kommentiert Mag. Martin Prantl, Geschäftsführer ACNielsen Österreich die globalen Ergebnisse.
Die Nordamerikaner werden ihrem Ruf als eifrige Kreditnehmer gerecht und planen das meiste Geld (47 %) in das Abzahlen von Krediten zu stecken. Ein hoher Prozentsatz der Nordamerikaner – nämlich 21 %, das ist global betrachtet der höchste Wert - sagt überhaupt, dass er kein Geld für Ausgaben übrig hat. Demzufolge bleiben in Nordamerika auch alle anderen Faktoren unter dem globalen Schnitt.
Die Konsumenten in Lateinamerika wiederum geben zwar ebenfalls zu über 40 % an, dass sie planen, Kredite rückzuführen, gleichzeitig geben jedoch 51 % - der weltweit höchste Wert - der Befragten Freizeitaktivitäten und Ausgehen als wesentlich wichtiger an, als der Rest der Welt. Auch bei den Ausgaben für Kleidung liegen die Lateinamerikaner im Spitzenfeld weltweit.
In Asia-Pacific steht das Sparen (51 %) deutlich vor allen anderen Kriterien an erster Stelle, gleichzeitig ist hier die Geldanlage in Aktien/Investment global betrachtet am wichtigsten (23 % versus 10 % global).
Europäer geben weltweit am häufigsten Kleidung und Wohnen an
In „good old Europe“ sind die Themen beim Geldausgeben jene von typischen Wohlstands-gesellschaften. Man fokussiert sich auch nicht so stark auf ein Thema, was in den teilweise sehr heterogenen Länderergebnissen innerhalb Europas begründet liegt. So liegen in Europa Freizeitaktivitäten (38 %), neue Kleidung (38 %), Umbaumaßnahmen/Möbel (35 %) und Urlaub/Reisen (36 %) jeweils über dem globalen Schnitt (siehe Abb.3). Die Schweizer liegen dabei sowohl bei Freizeit als auch bei Reisen mit je 51 % in Europa deutlich voran. Spanier (48 %) und Italiener (47 %) geben am liebsten ihr Geld für Kleidung aus, während die Schweden (55 %) und Dänen (50 %) die „Umbau-und Möbelkaiser“ Europas zu sein scheinen. Die Irländer zahlen mit Abstand am liebsten die Schulden zurück (49 %), dies ist aber auch in Griechenland (42 %), Türkei (44 %) und Österreich (43 %) ein wichtiges Thema, während dieser Wert beim Nachbar Deutschland nur 17 % ausmacht, dem europaweit niedrigsten. Für Türken (43 %), Spanier und Griechen (beide 42%) ist das Thema Technologien wichtiger als den restlichen Europäern.
Im globalen Vergleich ist Altersvorsorge den Österreichern am wichtigsten
Gemessen an Europa sind die Österreicher sparsamer bei Kleidung und Wohnen
In Österreich stellt sich das Bild anders dar. Die Konsumenten geben hier zulande das Thema Kreditrückzahlung (43 %) als wichtigsten Faktor vor den Freizeitaktivitäten (41 %) an. Damit liegen wir hier weit über dem europäischen Wert von 31 %. Im Gegenzug dazu geben die Österreicher deutlich weniger häufig neue Kleidung und Wohnen an, als der europäische Durchschnitt.
Dafür hat ein anderes Thema in Österreich den weltweit höchsten Stellenwert, nämlich die Altersvorsorge. 30 % geben diese als Ziel der Geldverwendung an, damit liegt Österreich, was diesen Wert betrifft, global an erster Stelle. „Das Sicherheitsdenken ist hierzulande offensichtlich sehr groß, daher ist den Österreichern auch das Thema Altersvorsorge extrem wichtig. Offensichtlich ist die Bevölkerung betreffend des Themas verunsichert.“ meint Martin Prantl, Geschäftsführer ACNielsen Österreich, zu den österreichischen Ergebnissen.
Dieses Ergebnis bestätigt auch den österreichischen Wert des ACNielen Consumer Confidence Index, einer Maßzahl für das Vertrauen der Konsumenten in die Zukunft, wo Österreich zu den pessimistischsten Nationen weltweit zählt. Diese Daten wurden vor einer Woche von ACNielsen veröffentlicht.
Zur Methode:
Der Online Consumer Confidence Survey -- die von ACNielsen zweimal pro Jahr über das Internet durchgeführte Befragung zum Verbrauchervertrauen – ist die größte weltweit erhobene Studie dieser Art. Sie erfasst das Vertrauen der Konsumenten in die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, ihr Ausgabeverhalten und beabsichtigte Anschaffungen sowie die größten Ängste und Sorgen. An der jüngsten Befragung im November 2005 nahmen über 23.500 regelmäßige Internetnutzer aus 42 Ländern der Regionen Europa, Nord- und Lateinamerika, Asien-Pazifik, Afrika (Südafrika) und Naher Osten (VAE) teil.
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