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Presse    >    Pressemeldungen    >    17. Februar 2006

ACNielsen: 60 Prozent der Österreicher fahren wegen hoher Benzinpreise weniger Auto

  • 51 Prozent der Österreicher koordinieren Besorgungen und Wege besser
  • 25 Prozent nutzen häufiger öffentliche Verkehrsmittel
  • Ein Viertel spart bei anderen Lebenshaltungskosten
  • Geringer Spritverbrauch wird zum wichtigen Kaufkriterium bei Autos

Wien, am 17. Februar 2006

In ganz Europa sehen sich die Menschen gezwungen, ihr Fahrverhalten zu verändern und ihre Lebenshaltungskosten zu senken, um die allerorts rapide steigenden Kraftstoffpreise zu kompensieren. Von den österreichischen Verbrauchern fühlen sich mehr als 1/3 „stark“ durch die gestiegenen Spritpreise beeinträchtigt und für 60 Prozent der Autofahrer hierzulande lautet die Konsequenz: weniger Auto fahren. Zu diesen Ergebnissen kommt eine globale Online-Studie des führenden Marktforschungsunternehmens ACNielsen, für die per Internet 23.500 Verbraucher in 42 Ländern befragt wurden.

Nachdem in den letzten beiden Jahren auch andernorts ein Rekordhoch das andere jagte, haben sich die Europäer mittlerweile damit abgefunden, dass die Benzinpreise noch weiter steigen oder sich bestenfalls auf dem derzeitigen Niveau einpendeln. Mit rückläufigen Preisen rechnet in naher Zukunft kaum jemand, und ein Großteil der Verbraucher reagiert mit einer Reihe von Anpassungen bei Lebensstil und Fahrgewohnheiten.

Österreichische Verbraucher setzen ihr Fahrzeug bewusster ein und koordinieren Wege und Besorgungen besser, auch „Öffis“ werden stärker genutzt
Für die österreichischen Verbraucher steht „Weniger Auto fahren“ ganz oben auf der Liste der Sparmöglichkeiten. Während im europäischen Schnitt 45 Prozent der Befragten bekunden, ihr Auto häufiger stehen zu lassen, sind es hierzulande sogar 60 Prozent. Auf Platz zwei bei den österreichischen Verbrauchern stehen Einsparungen durch die bessere Koordination von Wegen und Besorgungen (51 %), womit wir weit über dem europ. Schnitt von 37 % liegen. An 3. Stelle steht bei den Österreichern mit 25 % die stärkere Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln, ebenfalls häufiger genannt als im europ. Mittel (Europa: 20 %).
Car-Sharing als weitere Option wird von den Österreichern kaum (3 %) genannt, wo hingegen in Deutschland und Nordamerika immerhin 12 % dies in Betracht ziehen.

Unterschiedliche Strategien innerhalb Europas
In Österreich nutzen 60 % der Konsumenten ihr Fahrzeug seltener als früher, in Deutschland, Finnland, Italien, den Niederlanden, Frankreich und Belgien sind es immerhin noch mehr als die Hälfte. Außerdem geben über 50 Prozent der Österreicher, Franzosen und Belgier an, ihre Fahrten im Voraus zu planen, um möglichst viele Erledigungen zu kombinieren.

Welche Konsequenzen die Verbraucher konkret aus den explodierenden Treibstoffkosten ziehen, hängt jeweils von den landesspezifischen Gegebenheiten und kulturellen Faktoren ab. „Viele Europäer haben einfach nicht die Möglichkeit, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen, Fahrten auf verkehrsarme Zeiten zu verlegen oder Car-Sharing zu nutzen. Damit sind Einsparungen bei anderen Lebenshaltungskosten häufig die einzige Alternative, um die Haushaltskasse zu entlasten. In Österreich gaben immerhin 25 % der Befragten diese Option an“, erläutert Martin Prantl, Managing Director ACNielsen Österreich. So geben 43 Prozent der italienischen und ca. ein Drittel der französischen, griechischen und portugiesischen Konsumenten an, bei ihren übrigen Ausgaben aufgrund der gestiegenen Benzinpreise zu sparen.

Geringer Spritverbrauch wird zum Kaufkriterium
Sollte sich die Lage im internationalen Ölmarkt weiter verschärfen und die Preisspirale in Europa noch weiter drehen, dürften die Verbraucher künftig zu zusätzlichen Einsparmethoden greifen. Dazu zählt auch der Erwerb sparsamerer Fahrzeuge. „Momentan gilt ein geringer Benzinverbrauch noch als angenehmes Zusatzmerkmal. Wenn die Treibstoffpreise jedoch weiterhin anziehen, wird ein sparsamer Motor bald zum entscheidenden Kaufargument“, kommentiert Prantl. Bereits jetzt ziehen elf Prozent der Verbraucher in Deutschland und Österreich den Erwerb eines sparsameren Autos in Erwägung. In Großbritannien, Italien, Irland, der Schweiz und Norwegen zwischen acht und zehn Prozent. Damit dürfte dieses Thema für die Automobilindustrie in absehbarer Zeit erheblich an Bedeutung gewinnen.

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Mag. Irene Salzmann
+43 01 98110-300




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