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Lebensmittelhandel
- Inflationsbereinigt stagnierte der Lebensmittelhandel im vergangenen Jahr
- Schließungen bei kleinen Geschäften versus Flächenexpansion bei Supermärkten und Diskontern, Gesamtfläche stagniert
- Rewe Group Austria bleibt Nummer 1
- Diskonter setzen Flächenexpansion fort und wachsen am stärksten
- Handelskonzentration: Die Top 3 machen mehr als ¾ des Umsatzes
Drogeriemärkte
- Umsätze der Drogeriemärkte stiegen um 1,6 %, damit ein reales Minus
- Gesamtzahl der Geschäfte leicht rücklaufig
- Schlecker konsolidiert, dm-drogerie markt und Bipa bauen Filialnetz weiter aus
Wien, am 11. Mai 2006
Inflationsbereinigt Stagnation der Umsätze 2005: Plus von 2,2 % gegenüber 2,3 % Inflation
2005 betrugen die Umsätze des Lebensmitteleinzelhandels (exkl. Hofer und Lidl) 11,7 Mrd. € und lagen damit um 0,3 % unter dem Vorjahr. Bei Einbezug der im ACNielsen Universum nicht enthaltenen und daher geschätzten Umsätze von Hofer und Lidl lag das Ergebnis bei 14,9 Mrd. € und einem Plus von 2,2 %. Dies bedeutet angesichts einer Inflationsrate von 2,3 % eine reale Stagnation zum Vorjahr.
Die Daten basieren auf der von ACNielsen seit 1964 jährlich durchgeführten Erhebung der Strukturdaten, die den österreichischen Lebensmitteleinzelhandel ohne Hofer und Lidl umfasst, sowie einer Schätzung der Umsätze der beiden Diskonter Hofer und Lidl. Beide Hard-Diskonter wachsen laut dieser Schätzung weiter sehr dynamisch um mehr als 10 % zum Vorjahr.
Mag. Martin Prantl, GF ACNielsen Österreich, erläutert die Entwicklung: „Wir beobachteten 2005 erneut zwei dynamische Faktoren: Zum einen die Expansion der Diskonter, hier setzten Hofer, Penny, Plus und Lidl im vergangenen Jahr ihre Expansion erneut sehr erfolgreich fort, und zum Zweiten nahm die Handelskonzentration weiter zu. Die drei größten Anbieter machen mittlerweile mehr als drei Viertel des Gesamtumsatzes. Die größten Verlierer waren wiederum kleine Kaufleute. Ein Ende dieser Trends sehen wir derzeit noch nicht.“
Schließungen bei kleinen Geschäften versus Flächenexpansion bei Supermärkten und Diskontern
Insgesamt wurde von ACNielsen ein Rückgang von 165 Geschäften im gesamten Lebensmittelhandel auf 6232 Geschäfte registriert. Im Markt exkl. Hofer und Lidl – also im ACNielsen Universum - sank die Zahl auf 5731 Geschäfte. Trotz Neueröffnungen im Bereich der großen Lebensmittelgeschäfte (Verbrauchermärkte über 1000 qm, Supermärkte 400-1000 qm) und der Diskonter war die Bilanz der Geschäftsentwicklung negativ. Der Strukturbereinigungsprozess setzte sich ergo auch 2005 weiter fort. So sperrten 274 Geschäfte in der Geschäftsklasse unter 250 qm zu. Obwohl anzahlmässig ein Rückgang zu beobachten war, hat sich die Gesamtfläche im österreichischen Lebensmittelhandel geringfügig auf 2,6 Mio Quadratmeter Verkaufsfläche erhöht.
Im klassischen Lebensmittelhandel bauten die Großflächen Supermärkte (400-1000 qm) und Verbrauchermärkte (über 1000 qm) ihre Präsenz weiter aus. ACNielsen zählte bei den Supermärkten ein Plus von 89 Geschäften, bei den Verbrauchermärkten wurden 7 neue Märkte eröffnet. In dem von ACNielsen nicht abgedeckten Diskontbereich gab es auch 2005 wieder eine starke Flächenexpansion: Es wurden 29 neue Hofer und 30 neue Lidl Filialen im Laufe des Jahres gezählt.
„Wir beobachten derzeit zwei Entwicklungen, einerseits expandieren Super- und Verbrauchermärkte und Diskonter, parallel dazu hält der Strukturbereinigungsprozess bei den kleinen Geschäften weiter an. Die Geschäftsdichte an Verbraucher- und Supermärkten ist in Österreich europaweit betrachtet bereits extrem hoch.“ erläutert Mag. Martin Prantl die Struktursituation im österreichischen Lebensmittelhandel.
Rewe mit 37,6 % Marktführer in Österreich
Der Marktführer im Lebensmittelhandel heißt auch heuer wieder mit 37,6 % Rewe Group Austria mit ihren Ladenformaten im Lebensmittelhandel BILLA, MERKUR, PENNY und der Kooperation SUTTERLÜTY (BIPA als Drogeriemarkt ist definitionsbedingt nicht inkludiert). Rewe Group konnte ihren Vorjahresumsatz um 1,0 % steigern, was einen Anteilsanstieg um 0,4 %-Punkte im Lebensmittelhandel exkl. Hofer und Lidl entspricht. Gleichzeitig wurde die Filialanzahl um 23 Billa und Penny-Märkte auf 1376 Geschäfte ausgebaut. Die Umstellung von Mondo auf Penny wurde 2005 erfolgreich abgeschlossen.
Nummer 2 Spar liegt bei 35,1 % und wächst um 1,5 %
Die Nr. 2 am österreichischen Lebensmittelhandel wuchs 2005 im Einzelhandelsbereich in Österreich um
1,5 %. Damit stieg der Marktanteil 2005 auf 35,1 %, was einen Anteilssprung um 0,6 %-Punkte im Lebensmittelhandel exkl. Hofer und Lidl bedeutet. Verantwortlich für das Wachstum war hauptsächlich die Eigenexpansion v.a. bei Interspar/Eurospar (+ 4 neue Interspar und 3 neue Eurospar). Spar hielt 2005 bei 53 Interspar und 152 Eurospars. Die Zahl der im Besitz der Spar befindlichen Supermärke lag bei 526 Geschäfte. Anzahlmäßig am stärksten sind mit 700 Geschäften die unabhängigen Kaufleute, die unter dem Spar Logo firmieren. Insgesamt war die Geschäftsanzahl mit 1438 Geschäften aufgrund der Strukturbereinigung im Bereich der selbständigen Kaufleute leicht (- 16 Geschäfte) rückläufig.
Adeg: Anteilsrückgang aufgrund von Umsatzrückgang im E-center und ADEG-Filialbereich
Für das Jahr 2005 lag der Umsatzanteil der Adeg bei 8,4 %. Dies bedeutet gegenüber 2004 einen Umsatzrückgang, der von einem Rückgang bei E-center und der ADEG Filialschiene bestimmt war.
Die Umsatzentwicklung der selbständigen Kaufleute, welche das Adeg Logo führen und über den Adeg Großhandel beliefert werden, war flächenbereinigt positiv.
ZEV Markant mit leichtem Anteilsrückgang, Pfeiffer legt jedoch deutlich zu
Zur ZEV Markant-Gruppe im Lebensmitteleinzelhandel gehören folgende Handelsunternehmen: PFEIFFER/Unimarkt, WEDL, KIENNAST, KASTNER/BRÜCKLER (jeweils die Lebensmitteleinzelhandelsumsätze). Der Markanteil der Gruppe liegt mit 6,9 % leicht unter Vorjahresniveau von 7,0 %. Auch im Rahmen der ZEV Markant setzte sich der Geschäftsbereinigungsprozess weiter fort. So gab es 2005 mit 1023 Geschäften um 52 weniger als 2004. Pfeiffer/Unimarkt (inkl. KIG) ist die größte Gruppe innerhalb der ZEV Markant und zeigte 2005 ein deutliches Umsatzplus von fast 7 % und ist somit Wachstumsführer. Das Wachstum konnte durch die Übernahme von Hornig (August 2005) und die Expansion der Franchisekette Unimarkt erreicht werden. Der Marktanteil von Peiffer stieg 2005 auf 4,7 % (versus 4,4 % im Vorjahr).
Zielpunkt/Plus mit weiterem Ausbau des Filialnetzes
Zielpunkt/Plus, die Tengelmann-Tochter mit dem Soft-Diskonter Zielpunkt und dem Hard-Diskonter Plus, verzeichnete 2005 einen Umsatzrückgang und damit einen leichten Anteilsrückgang auf 6,4 %. Insgesamt wurde das Filialnetz um 12 Standorte auf 357 Filialen ausgebaut. Das Hard-Diskonter Konzept mit dem Ladenformat „Plus“ wurde weiter forciert, mittlerweile gibt es davon bereits 44 Filialen.
Übriger LEH ist der eigentliche Verlierer der Strukturbereinigung
Die von ACNielsen unter „Übriger Lebensmittelhandel“ gebildete Gruppe umfasst die Tiroler MPreis Märkte, sowie alle Kaufleute, die keiner Kette zugehören. Die Umsätze fielen hier um 8,9 % versus dem Vorjahr zurück, was einem Marktanteilsrückgang von 0,5 %-Punkten entspricht. Diese Gruppe macht jedoch mit 738 Geschäften anzahlmäßig immer noch 12,9 % aus, allerdings war gerade hier die Strukturbereinigung besonders stark. 2005 sperrten 166 Geschäfte unabhängiger Kaufleute ihre Pforten. Diese waren auch die eigentlichen Verlierer, wie schon in den vergangenen Jahren. Positive Ausnahme von dieser Entwicklung ist die Tiroler Handelskette MPreis, die sich mit ihren 135 Standorten – somit ein Plus von 7 Geschäften - auch 2005 sehr erfolgreich gegen den starken Mitbewerb behaupten konnte.
Die Diskonter Hofer und Lidl erreichen 2005 geschätzte 3,21 Mrd. €
Die beiden flächen- und umsatzmäßig stark expandierenden Diskonter Hofer und Lidl werden von ACNielsen mittels Schätzung erfasst. 2005 erreichte demnach Hofer mit mittlerweile 369 Geschäften einen Umsatz von 2,8 Mrd. €. Lidl erreichte im selben Zeitraum einen Umsatz von 410 Mio € mit 132 Geschäften.
Starke Konzentration in Österreichs Lebensmittelhandel
Konsolidiert man die Hofer und Lidl Umsatzschätzung mit den von ACNielsen im Rahmen der Strukturuntersuchung ermittelten Umsätze, liegt Rewe bei einem Anteil von 29,5 % und Spar bei 27,6 %.
Hofer ist mit 18,8 %-Anteil die Nummer drei hinter Rewe und Spar im österreichischen Lebensmittelhandel. Insgesamt machen die Top 3 damit mehr als 75 % des Gesamtumsatzes.
Drogeriemärkte
Die österreichischen Drogeriemärkte (dm-drogeriemarkt, Bipa und Schlecker) setzten 2005 insgesamt 1,390 Mrd € in ihren insgesamt 2036 Geschäften um. Dies bedeutet ein geringfügiges nominelles Wachstum von 1,6 %, inflationsbereinigt bedeutet dies jedoch ein leichtes Minus in diesem Handelskanal und damit eine ähnliche Entwicklung, wie im schon im vergangenen Jahr.
Insgesamt wurden in der Untersuchung 2036 Geschäfte (mit Stichtag 1. April 2006) des Typs Drogeriemarkt (Bipa, dm-drogeriemarkt und Schlecker) gezählt. Zum zweiten Mal gab es insgesamt keine Expansion der Geschäftsanzahl. Während Schlecker wie bereits 2004 kleinere, unrentable Schlecker Filialen v.a. im ländlichen Raum schließt, bauen Bipa und dm ihr Filialnetz weiter aus. Schlecker hält mit 1176 Shops das dichteste Filialnetz. Die zur Rewe Austria gehörende Kette Bipa verfügt nach dem Ausbau um 11 Filialen nun über 524 Geschäfte und dm-drogeriemarkt baute um 13 Filialen auf insgesamt 336 Geschäfte aus.
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