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Presse    >    Pressemeldungen    >    15. Dezember 2009

In der Krise sinkt der Wille zum Umweltschutz

• Verbraucher sehen den Staat in der Pflicht
• Bereitschaft zum persönlichen Einsatz geht zurück

Wien, 15. Dezember 2009 --- Klimaschutz ist dieser Tage nicht nur in Kopenhagen ein wichtiges Thema. Doch die Gewichtung verändert sich: Wohl auch infolge der Wirtschaftskrise haben die Konsumenten offenbar andere Sorgen als den Umweltschutz. Das ergibt eine internationale Nielsen Umfrage unter rund 28.000 Internet-Usern in 54 Ländern.

Nach wie vor machen sich allerdings 66 Prozent der Österreicher Sorgen um die Umwelt. Im internationalen Vergleich zeigt sich, dass Österreich damit im unteren Drittel liegt. Weltweit machen sich mehr als drei Viertel (78%) der Befragten Sorgen um die Umwelt, in Europa sind es immerhin 71 Prozent. Der Grund dafür liegt vermutlich in den bereits sehr ausgeprägten Umweltschutzmaßnahmen, die zum Beispiel auch in Deutschland zu einer subjektiv besseren Einschätzung und damit weniger Sorgen führen.

Die größten Sorgen machen den österreichischen Konsumenten die Luftverschmutzung (92%), gefolgt von Klimawandel (86%) sowie die Verschmutzung des Wassers und die Verwendung von Pestiziden (jeweils 82%). Auffallend ist, dass der Wille zum persönlichen Engagement sinkt, während der Staat vergleichsweise noch stärker in die Pflicht genommen wird.

Persönliche Bereitschaft sinkt
Während vor zwei Jahren noch 40 Prozent der österreichischen Konsumenten meinten, dass die Menschen im Interesse der Umwelt nach Möglichkeit regionale Produkte wie zum Beispiel saisonales Gemüse kaufen sollten, vertreten inzwischen nur noch 29 Prozent diese Ansicht. „Die Wirtschaftskrise hat für viele Konsumenten das Thema Umweltschutz als Top-Thema verdrängt“, erklärt Petra Kacnik, Director Consumer Research. Beim Einsatz von Energiesparlampen oder energieeffizienten Geräten ist die Zustimmung in Österreich um fast die Hälfte auf nunmehr neun Prozent gesunken. Dazu Kacnik: „Die ‚staatlich verordneten’ Energiesparlampen könnten dazu geführt haben, dass sich die Konsumenten bei diesem Thema weniger in der Verantwortung sehen, sondern sich auf staatliche Regulierung verlassen.“ Aber auch bei der Reduktion persönlicher Autofahrten und Flugreisen gibt es einen Rückgang um sechs, bzw. vier Prozentpunkte, wohl auch begründet durch gesunkene Treibstoffpreise (siehe Abb. 1).

Ein Zeichen, dass Konsumenten weniger Verantwortung übernehmen wollen, gibt es auch bei der Einstellung zu staatlichen Maßnahmen: 2007 waren es noch 34 Prozent, die staatliche Anreize für umweltgerechtes Verhalten von Privatpersonen befürworteten. 2009 sind es nur mehr 28 Prozent.

Staat und Unternehmen weiterhin in der Pflicht
Die Einstellung zu staatlichen Maßnahmen hat sich zwar in den letzten zwei Jahren in Österreich kaum verändert, durch den starken Rückgang beim persönlichen Engagement erhält der Staat nun aber deutlich mehr Gewicht. So sind 36 Prozent der Befragten der Meinung, der Staat solle Projekte zur Erforschung von Umweltschutzmaßnahmen initiieren. Immerhin 30 Prozent denken, es solle eine staatliche Begrenzung der CO2-Emissionen für Unternehmen geben. Sehr stark verändert hat sich in Österreich die Einstellung zum öffentlichen Verkehr: Waren 2007 noch 33 Prozent der Meinung, der Staat solle in die Verbesserung des öffentlichen Verkehrs investieren, sind es 2009 nur mehr 26 Prozent. „Der Trend scheint in Österreich also stärker in Richtung Individualverkehr zu gehen. Dennoch rechnen wir damit, dass die wirtschaftliche Erholung und der Klimagipfel in Kopenhagen dazu beitragen werden, den Klimaschutz im Bewusstsein der Menschen wieder auf einen prominenten Platz zu holen“, so Kacnik. (siehe Abb. 2).

Die Abbildungen zur Presseaussendung finden Sie HIER.


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